Das Büro der Zukunft ist kein Büro

Die nächsten Generationen an Mitarbeitern werden uns danach fragen, wozu wir all die Gebäude, all die Tiefgaragen und Faxgeräte brauchen. Sie werden Freiheiten einfordern und mitreden wollen. Wie viel Organisation wird noch wirklich benötigt? Und trauen wir uns wirklich, ernst zu machen? Wie ernst können wir denn die Unternehmen nehmen, die Intranets und alle möglichen Maßnahmen des Enterprise 2.0 einführen, ohne sich auch auf das Wagnis der Telearbeit einzulassen.
Bei der Telekom haben wir Enterprise 2.0 als einen umfangreichen Transformationsprozess des Konzerns verstanden. So wir so gut: wir hatten verstanden: Technologien wie etwa eine interne Projektplattform oder ein Social Network im Unternehmen, sind allein nicht viel wert. Der Kulturwandel wurde durch zahlreiche Innovationsformate wie etwa Barcamps oder Innovation Jams begleitet. Und der Weg war erfolgreich.
Dennoch – was mich aus der Entfernung immer mehr stört: haben wir am Ende all die tollen Systeme nur gebaut, um weiterhin eine Berechtigung für die Firma zu suchen. Haben wir alle am Ende viel zu viel von Arbeiten 2.0 gesprochen, um uns so richtig disruptiv zu fühlen – und waren wir am Ende nicht doch alle kleine digitale Strombergs?
Nach Coase ist die Firma ökonomisch betrachtet nur deshalb da, weil mit ihrer Hilfe Transaktionskosten bei Herstellung und Vertrieb von Gütern gespart werden können. Klingt irgendwie antiquiert – klingt irgendwie so, als könne man heutzutage ohne Firma – oder zumindest ohne Büro – noch viel mehr sparen.
Wer wagt wirklich danach zu fragen – gibt es das Büro der Zukunft überhaupt? Die Arbeitsmodelle der Zukunft werden ebenfalls nicht den Ort, sondern den Kontext Mittelpunkt haben. Büros sind einfach Ressourcen so wie Laptops und Autos, die man sich je nach Bedarf zubucht.
Das Büro hat ausgedient. Das Büro der Zukunft habe ich in Form zahlreicher Apps längst immerzu bei mir. Es ist alles – nur kein Büro.

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