Zukunftsszenario: Ablauf eines zukünftigen Geschäftsmodells mit vernetzten Blockchains

Anbei das Transskript zu dem obigen Video. Es wurde zugunsten der Lesbarkeit ein wenig angepasst.

Lasst uns mal überlegen, was können mit der Blockchain machen? Also Bitcoin, ist klar.., Bitcoin ist natürlich das digitale Geld. Aber wir haben ja eben schon gemerkt bei den Smart Contracts: das digitale Geld ist eigentlich gar nicht das spannendste. Spannend wird es bei der Blockchain immer, wenn es um Protokollierungen von irgendwelchen Vorgängen geht. Und das können eben ganz abgedrehte Sachen sein. Ein Beispiel: Türschloss! Die Firma Slock.it aus Mittweida in Sachsen hat ein System entwickelt, wo man auf Basis einer Ether-basierten, also Etherium-basierten Blockchain Tokens übergibt, das sind so etwas wie Coins an denen sozusagen ein Smart Contract hängt. Und dieser Token, dieser Ether-Token, der übergeben wird, durch die Transaktion, der kann eben berechtigen, zum Beispiel eine Tür aufzuschließen. In diesem Smart Contract ist dann das genaue Recht abgelegt. Dieses Recht kann aber auch zum Beispiel bedeuten, 24 Stunden lang lässt sich die Tür öffnen, oder ein ganzes Jahr, oder auch von einem bestimmten Nutzer, das heißt in diesem Smart Contract, diesen Smart Contract muss man sich so vorstellen wie ein Programm, eine App.
Und diese App die wird sozusagen dann nachgeladen.

Und ein Vertrag ist ja auch nichts anderes als eine if-else-Bedingun… wenn das stattfindet, wenn das eintritt, dann wird das diese Folge haben. So sind ja Verträge aufgebaut und ein Smart Contract ist sozusagen die technische Version davon und das ist in einem Algorithmus dann abgelegt. Ein Türschloss ist sicherlich eine ganz einfache Anwendung, ein ganz einfaches Beispiel für einen Smart Contract. Aber wir haben natürlich noch viele andere Möglichkeiten.

Nehmen wir mal ein anderes Beispiel: die Idee eines Autokaufs. Wie sieht ein Autokauf aus im Jahr 2030? Das könnte man sich ja so vorstellen: heute geht man auf mobile.de, kauft ein Auto – man möchte dann eine Probefahrt machen, man möchte dann vielleicht über den Kaufpreis verhandeln, dann möchte man dann das Geld eintauschen gegen den Kfz-Brief, dann muss man die Versicherung noch anmelden. Und das sind alles einzelnen Steps, die alle über Blockchain-Aktionen ablaufen können. Man könnte sich also vorstellen dass mobile.de vielleicht für 9,95€ eine Probefahrt verkauft, oder 4,99. Und für diese 4,99 kriege ich dann einen mobile.de-Coin. Und an diesem Coin – was alles auf der Blockchain passiert – da hängt ein Smart Contract dran.

Dieser Smart Contract, diese “Wenn-Dann-Bedingung”, ist nichts anderes als der Laufzettel über den Prozess. Und der Prozess sieht im ersten Schritt vor, dass ich dann diese Probefahrt mache, bei der ich dann einen Schlüssel übergeben und den Standort vermittelt bekomme. Der Verkäufer übergibt dann nur einen Schlüsselcode. Dieser Schlüsselcode, der zum Beispiel über slock.it laufen könnte, könnte auch ein Geofencing beinhalten. Dann könnte festgelegt werden, in welchem Umkreis die Probefahrt ablaufen, wie lange sie dauern oder wie schnell oder mit wie vielen Umdrehungen gefahren werden darf. Der Smart Contract könnte dass beispielsweise bei 4000 Umdrehungen beschränken, damit das Auto geschont wird. Wenn dann nach der Probefahrt die Wahl getroffen und verhandelt wurde, wird auch in einer Kryptowährung bezahlt. Diese kann aber auch lediglich als Transferwährung dienen, der Nutzer bekommt davon unter Umständen gr nichts mit und handelt in Fiat-Geld, etwa in Dollar oder Euro.

Interessant Die Transaktion vielleicht erstmal zwischengelagert bei mobile.de, also das heißt, es würde noch nicht zur Auszahlung kommen, sondern erst zu mobile.de – so eine Art Trustcenter, eine Clearingstelle – sondern dann müsste erstmal jetzt der Brief hochgeladen werden. Der Brief wird natürlich nicht als Original irgendwie ausgetauscht, sondern von dem Brief ist sozusagen eine Kopie gemacht wurden und von dieser Kopie gibt es einen Hashwert. Dieser Hashwert wird ausgetauscht. Das Original könnte irgendwo lagern, da gibt es vielleicht Dienstleister die dann diese Hashwerte ausgeben. Man könnte sich auch vorstellen, dass es die Autohersteller selber machen und dass der Brief gar nicht mehr ausgegeben wird oder das ist dass das KfZ-Bundesamt vielleicht zu jedem Brief eben einen eindeutige Schlüssel herausgibt. Und bei jeder Transaktion wird eben noch ein Schlüssel verwendet… und dieser Schlüssel – wer den hat, der ist dann sozusagen Besitzer des Autos. Das wird also auch dann übergeben. Und wenn ich dann den entsprechenden Schlüssel habe für den Brief, also den Hashwert des Briefes, dann kann ich daraus Kopien ziehen, habe also dann das Recht, und das ist in dem Smart Contract zum KfZ-Brief abgelegt, davon wieder Kopien anzufertigen, einmaligen Kopien, die eben nur zeigen, dass ich der Eigner des Briefs bin… zum Beispiel um eine KfZ-Versicherung abzuschließen. Das mache ich, bzw. das macht das System dann von mobile.de automatisch und ich hab dann vielleicht schon eingegeben, ich möchte bei einer Versicherung XY, vielleicht der HUK-Coburg, da meinen Vertrag abschließen. Dann wird jeden Monat, immer wieder, je nachdem was ich ausgewählt habt, wird der Versicherungsbetrag eingezahlt und sind dann wieder ein Token erzeugt, der den Versicherungsschein darstellt. Das heißt es wird nicht mehr der Versicherungschef verschickt, sondern nur der Hashwert ist was ich ja und der wird in eine Versicherungs-Blockchain geschrieben. Und das ist ganz interessant. Das heißt, wenn dieser ganze Vorgang abgeschlossen ist – das gleiche könnte ich dann auch bei der Anmeldung machen bei der Straßenverkehrsbehörde – ich habe also dann unterschiedlichste Blockchains, die ineinander über diesen Smart Contract verwoben sind: ich habe den Brief, quasi das Register für die Eigentümerschaft, dann habe ich die Versicherungs-Blockchain, dann habe ich noch die Key-Blockchain, wo ich sozusagen dann Rechte habe: was darf ich alles an diesem Auto machen… und erst wenn ich den Brief hab, bekomme ich dann auch den dauerhaften Key. So kriege ich dann nochmal ein anderes Recht, kriege ich nochmal ein Update; und ich darf dann damit alles Mögliche machen. Wir sehen also, wenn wir dieses Beispiel nehmen, dass wir so ineinander verwobene Chains haben, so Kreise, die sich sozusagen ineinander verketten. Das ist eben ein ganz interessantes Beispiel, wie wir über die Blockchain interagierende Geschäftsmodelle haben, die eigentlich offen sind. Wir sehen schon: wir haben eine unglaubliche Interaktion und wir haben so ein Seamless Experience, was wir damit haben. Also im Grunde setzt man sich dann ins Auto und kann weiterfahren. Das heisst, es muss nichts übergeben werden und aus der Probefahrt wird dann einfach die erste Autofahrt mit dem neuen Auto. Und das ist doch nicht schlecht, oder?

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