Standards für E-Procurement-Kataloge

Kleine Übersicht über Formate und Klassifikationen in den Bereichen E-Procurment und B2B-Marktplätze
Herzstück eines E-Procurement-Systems sind die elektronischen Kataloge von Lieferanten bzw. Kunden. Wichtig ist, dass diese über einen gemeinsamen Standard standardisiert sind, damit die Kommunikation reibungslos funktioniert. E-Procurement-Software sollte Schnittstellen zu den verschiedenen Standards aufweisen.

  • Datenaustauschformate
  • XML-Katalogformate und Schnittstellen
  • Klassifikationsschemata
  • XML-Geschäftssprachen

 

Datenaustauschformate

Formate und Schnittstellen sind die Grundlage jeder geschäftlichen Online-Transaktion und somit eine wesentliche Voraussetzung zum E-Business.
Für die Arbeit mit den Datenaustauschformaten ist die Kenntnis, um deren Funktion, Bedeutung, Zielgruppe und Aufbau von entscheidender Bedeutung. Obwohl der Trend in allen Branchen heute in Richtung XML-basierte Formate weist, sind doch andere Formate heute weitaus häufiger vertreten.
Im folgenden haben wir deshalb die wichtigsten kaufmännischen Datenaustauschformate kurz beschrieben:

  • Datanorm
  • EDIFACT
  • GAEB
  • ELDANORM, ZVEHNORM
  • XML

 

XML-Katalogformate und Schnittstellen

Im folgenden seien übersichtlich die wichtigsten Katalogstandards zusammengestellt.
XML-Katalogformate

  • BMEcat
    BMEcat ist das Resultat einer vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) gestarteten Initiative zur Entwicklung eines Standards für die elektronische Datenübertragung für elektronische Produktkataloge. Aktuell liegt Version 1.2 vor.
  • cXML
    cXML (Commerce XML) ist eine offene und flexible Sprache, die Transaktionen in elektronischen Produktkatalogen, in cXML-Punchoutkatalogen, Beschaffungsanwendungen und bei Käufergemeinschaften unterstützt.
    cXML wird insbesondere von Ariba Inc. unterstützt.
  • xCBL
    xCBL ist ein von Commerce One Inc. entwickeltes XML-Format. In der aktuellen Version 3.5 können mit xCBL strukturierte Geschäftsdaten über das Internet ausgetauscht werden, wie zum Beispiel Produktdaten, Bestellaufträge und Rechnungen.
  • eCX
    Von Requisite Technology wird das XML-Format „Electronic Catalog XML“ (eCX) angeboten und auch primär genutzt. Das Hauptanwendungsgebiet von eCX liegt im Austausch von Katalogstrukturen und den Kataloginhalten. eCX liefert eine Metastruktur, um verschiedene XML-Formate miteinander zu verbinden und damit die Austauschbarkeit von elektronischen Katalogen zu vereinfachen. Aktuell ist die Version 2.0.
  • RosettaNet
    RosettaNet ist ein XML-Framework, welches auf Initiative von mehr als 40 führenden Unternehmen aus der IT-Branche entwickelt wurde. In einem XML-Framework werden nicht nur das Nachrichtenformat für bestimmte geschäftliche Transaktionen festgelegt, sondern zusätzlich noch die erforderlichen Abläufe und Regeln. RosettaNet hat zum Ziel, als Basis für die Angleichung der Geschäftsprozesse in der IT-Branche zu dienen.
    Die von RosettaNet entwickelten Standards bilden ein auf XML basierendes Kommunikationsmittel, die Prozesse zwischen Electronic Components (EC) und Information Technology (IT) Supply-Chain-Partnern abzubilden.
  • eCOS
    Katalogformat von Healy Hudson.
  • Catalog Interchange Format (CIF) wurde von Ariba entwickelt wurde. Die Produktdaten werden hier in einer ASCII-Datei abgespeichert.

 

Schnittstellen

  • B2B-OCI (Open Catalog Interface)
    Das Open Catalog Interface (B2B-OCI) beschreibt den Datenaustausch zwischen dem SAP B2B Procurement System und einem externen Katalog. Das B2B-OCI erlaubt die Übertragung von ausgewählten Waren und Dienstleistungen von einem externen Katalog zu einem B2B Procurement System von SAP. Der externe Katalog kann sich entweder im Intranet eines Unternehmens oder im Internet befinden. Das B2B-OCI wird innerhalb con mySAP.com für Beschaffungsprozesse verwendet.

 

Klassifikationsschemata

 

Universale Klassifikationsschemata

  • eCl@ss
    Ein vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln kostenlos zur Verfügung gestellter Standard für Materialklassifikationen und Warengruppen.
  • UN/SPSC
    Der UN/SPSC -Standard ist eine durch die Vereinigte Nationen vorgegebene Produktklassifikation. Der Standard stellt ein universales Klassifikationsschema für unterschiedlichste Produktgruppen zum weltweiten Einsatz dar und basiert auf Klassifikationen, die das Unternehmen DUN & Bradstreet entwickelt hat.
  • NIGP
    NIGP (National Institut of Goverment Purchasing) ist ein sehr detailliertes Produktklassifikationssystem, welches teilweise bis auf Attributebene heruntergebrochen wurde. Das Klassifikationsschema kommt vor allem in den USA bei der Beschaffung von öffentlichen Verwaltungsgütern zum Einsatz. Bedingt durch den hohen Detaillierungsgrad ist NIGP nur eingeschränkt in anderen Industrien einsetzbar.
  • Thomas Register
    Thomas Register ist eine private Klassifikationsstruktur, die für die Klassifikation von MRO-Gütern in den USA ausgelegt ist. GE Global eXchange Services und Thomas Register haben 1997 zusammen das Unternehmen TPN-Register gegründet, einen Content-Provider, der mit dem Thomas Register arbeitet.

 

Bau/ Baustoffhandel:

  • proficl@ss
    proficl@ss ist eine branchenübergreifende Initiative zur Klassifizierung von Produktdaten. Der Schwerpunkt liegt auf Produkten aus den Bereichen Bauen, Gebäudetechnik und Industriebedarf klassifiziert. Federführend sind das Einkaufsbüro Deutscher Eisenhändler (E/D/E), die hagebau Handelsgesellschaft für Baustoffe und die Profi Portal AG.
  • CPV
    Die Kommission der Europäischen Gemeinschaften entwickelte das Klassifikationsschema CPV-Code (Common Procurement Vocabulary), um vor allem den bereich der Ausschreibungen im Bauwesen zu vereinheitlichen.

 

Elektro-Großhandel:

  • ETIM
    Der Verein ETIM Deutschland e.V. wurde von den neun Elektro-Großhändlern und Einkaufsgemeinschaften gegründet. Das Ziel des Vereins ist es, ein Klassifikationssystem für die über den Elektro-Großhandel vertriebenen Produkte zu schaffen.

 

Healthcare/ Medizin:

  • EGAR
    “European Generic Article Register”; Als Grundlage von EGAR diente 1998 die 7. Version der GAR-Struktur. Ziel ist es eine Klassifikation zu entwickeln, die im elektronischen Handel (e-Commerce) eingesetzt werden soll. In der Klassifikation werden ausschließlich Medizinprodukte klassifiziert. Die GAR-Struktur wurde seit 1995 in Norwegen entwickelt und evaluiert. Sie wird seither in verschiedenen Krankenhäusern, Lieferanten und öffentlichen Institutionen aus dem Healthcare Sektor eingesetzt. Unterstützung erhält das EGAR-Projekt von schwedischen Ministerien und von der CEN (Europäisches Komitee für Normung).
  • SNITEM
    “Syndicat National de l’Industrie des Technologies Médicales” wurde von dem französischen Medizinproduktverband zur Klassifizierung der Medizinprodukte entwickelt.
  • EDMA
    Die “European Diagnostic Manufacturers Association” hat eine Klassifikation für den In Vitro Diagnostik – Bedarf entwickelt.

 

Produktnummernsysteme

  • EAN
    European Article Numbering Association
  • UPC
    Universal Product Code

 

Industrieklassifikationssysteme

  • NAICS
    Das bekannteste Industrieklassifikationssystem ist heute das sechsstellige NAICS (North American Industry Classification System), das vom U.S. Census Bureau eingeführt worden ist. NAICS hat 1997 das vierstellige SIC (Standard Industrial Classification) abgelöst.

 

Nomenklaturen

  • UMDNS / GMDN
    “Universal Medical Device Nomenclature System” / “Global Medical Device Nomenclature”. UMDNS wurde von ECRI, USA, zur Verschlüsselung von Medizinprodukten entwickelt. Sie wurde von der CEN (Europäisches Komitee für Normung) den europäischen Ländern als Grundlage für die Verschlüsselung der Medizinprodukte empfohlen, bis es eine einheitliche europäische Vorgabe existiere. Diese Vorlage ist nun erarbeitet. GMDN baut auf UMDNS auf und soll zur einheitlichen Nomenklatur für Europa werden.

 

XML-Geschäftssprachen

Im folgenden seien übersichtlich die wichtigsten XML-Geschäftssprachen zusammengestellt.

  • openTRANS
    Die openTRANS-Initiative mit führenden deutschen und internationalen Unternehmen unter der Leitung von Fraunhofer IAO, hat sich die Standardisierung von Geschäftsdokumenten (Auftrag, Lieferschein, Rechnung etc.) zum Ziel gesetzt, die Grundlage für die elektronische System-zu-System-Kommunikation ist.
  • ebXML
    ebXML (Electronic Business Xtensible Markup Language) ist eine internationale Initiative zur Erforschung und Identifizierung der technologischen Basis für die standardisierte und weltweit verbreitete Implementierung von XML. Ziel der ebXML-Initiative ist es, den elektronischen Datentransfer zur Absicklung des gesamten Geschäftsverkehrs zwischen Unternehmen auf Basis von XML-Anwendungen zur ermöglichen.
  • BizTalk
    BizTalk ist eine Initiative von Microsoft, die auch in Deutschland von Firmen wie SAP oder Siemens unterstützt wird. Microsoft sieht in Biz-Talk eine Querschnittstechnologie für die gesamte E-Business-Produktpalette, die auf XML ausgerichtete ist. BizTalk ist zum einen ein Framework zur Verwendung von XML-Geschäftsdokumenten und zum anderen der BizTalk-Server, der diese Dokumente verarbeitet. Im Mai 1999 haben Ariba und Microsoft angekündigt, cXML und BizTalk zu integrieren.
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